Mein Workflow für Fotografen

Workflow für Fotografen von Ralf Eckert - www.ralf-eckert-fotoproduzent.deOK, gleich eines vor weg. Ich setzte nicht auf die Softwareprodukte der Firma Adobe. Nicht weil ich sie schlecht finde, sondern weil sie für mich nicht passen.

Viel mehr setzte ich auf allen Gebieten auf Speziallisten. Programme halt, die speziell für bestimmte Aufgaben entwickelt wurden und diese bis in alle Ecken ausführen können. Nur einen einzigen Allrounder einzusetzen, gibt meinen Bilder nicht das, was ich in ihnen sehe.

Mein Workflow gliedert sich in 4 zentrale Bereich:

1. Bildentwicklung

Zu diesem Bereich zähle ich auch die Bildverwaltung, hier setzte ich das Programm Faststone Images Viewer ein. Einfach zu bedienen und sehr effektiv.

Von da aus geht es in die Entwicklung der aufgenommenen RAW Datei. Hier setzte ich SilkyPix Developer Studio Pro8 ein. Würde man SilkyPix Pro8 nur einen RAW Konverter nennen, so würde man Möglichkeiten des Programms bei weitem unterschätzen. Es ist viel mehr ein vollständiger RAW Entwickler. Wie in den „guten alten Zeiten“ der Filmentwicklung, kann man mit diesem Programm, auf jede gewünschte Feinheit einer RAW Bildentwicklung Einfluss nehmen.

Auch wenn SilkyPix bei der Entwicklung schon eine Entrauschung vornehmen könnte, so setzte ich dennoch bei der endgültigen Entrauschung auch da auf ein Spezialprogramm, nämlich auf Denoise projects. Die Möglichkeiten sind auch hier deutlich umfänglicher, als nur mal eben einen Schieberegler zum entrauschen ein wenig hin und her zu bewegen. Mit Denoise projects entrausche ich meine alle Bilder, bin hin zu Astrofotostacks im Stapel.

Geprüft werden die entrauschten Aufnahme bei einer Durchsicht mit Affinity Photo. Kleine Fehler, wie z.B. die berühmten Sensorflecken, lassen sich hier mit sehr einfach Mitteln beseitigen.

Wird an diesem Punkt des Workflow sichtbar, das während der weiteren Bildbearbeitung ein Composing erforderlich wird, nehme ich Rückgriff auf meine Bildarchiv, um z.B. später einen Bodenbelag auszutauschen und nehme die entsprechende Bilddatei, mit in den weiteren Workflow auf.

2. Bildbearbeitung

Wie schon an anderer Stelle erwähnt, kommt Heute kein Digitalaufnahme mehr ohne eine teils umfängliche Bildbearbeitung aus, wenn das Ergebnis so sein soll, wie der Fotograf es sich vor der Aufnahme vorgestellt hat.

Nach dem alle Bilder, ob nun Belichtungsreihen, Bewegungsreihen, Stackingreihen oder auch Einzelbilder, als 16 bit TIF-Datei im Projektordner entrauscht zwischen gespeichert sind, startet das am besten zielführende Programm. Handelt es sich um eine Aufnahmesituation, bei der das endgültige Bild aus mehreren Einzelaufnahmen zusammen gesetzt werden muss, so kommen folgende Programme je nach Erfordernis zum Einsatz:

– HDR Belichtungsreihe => HDR projects oder Photomatix Pro
– Bewegungsreihe => Neat projects
– Makro Stacking Reihe => Focus projects oder Zerene Stacker

Nach dem aus mehreren Einzelbildern ein 16 bit Tif geworden ist oder das entrauschte einzel Bild, geht es in die eigentliche Bildbearbeitung je nach Art des Motivs, mit folgenden Programmen:

– Farbiges Einzelbild => Color projects
– Schwarz Weiß Einzelbild => B&W projects

– Bilder mit Spezialeffekten, z.B: Composing => Affinity Photo

Passt eine weitergehende Bildbearbeitung zum Motiv, so überführe ich speziell aus Color projects das Bild in die AKVIS Programmpalette. Mit diesen 8 Programmen lässt sich wirklich jeder Look in ein Bild hinein zaubern. Soll der Look nur sehr dezent oder nur an bestimmten Stellen im Bild sichtbar werden, so werden zwei Bilder mit der Ebenentechnik von Affinity Photo in einander gearbeitet.

Als Letztes und wirklich immer als letzter Schritt, landen das Bild dann in Sharpen projects, zum finalen schärfen. In allen vorhergehenden Programmen, findet keine Schärfung statt, da sonst das folgende Programm mit möglichen Artefakten zu kämpfen hätte.

Die jeweilige Übergabe des Bildmaterials findet immer im 16 bit Tif-Format statt, um mögliche Verluste so gering wie irgend denkbar zu halten.

Als Farbraum im gesamten Workflow nutze ich Adobe RGB. Ihm zu eigen sind mehr Farben als bei sRGB, nur beim der Ausgang aus Sharpen projects, wandle ich das Bild in den kleinen Farbraum sRGB um und speicher es im jpg-Format. Ist bekannt, dass das Bilder z.B. später bei einer Druckerei weiterverarbeitet wird, so kommt natürlich auch der Farbraum CMYK in Betracht.

3. Informationen

Auf dem langen Weg durch die einzelnen Programm, bleiben die Exif-Daten des öfteren auf der Strecke oder werden verändert. Diese setzte ich mittel PhotoMe zurück auf die Originaldaten, z.B. bei einem Makro Stacking oder einer Bewegungsreihe. Habe ich z.B. 30 Einzelaufnahmen, so kann das jeweilige Programm kaum Wissen, welche Exif-Daten ich zum Bild gespeichert haben will. Ich überlasse das keiner Programmautomatik, mir diese „Arbeit“ abzunehmen, denn nur so habe ich die volle Kontrolle darüber.

Die für das Bild passenden Schlagworte / Keyword erarbeite ich mir mit der Webseite stocktagger sehr schnell und präzise. Die dabei gewonnenen Keywords und die noch fehlenden IPTC Informationen hinterlege ich mit XN ViewMP in der Bilddatei.

Als Abschluss wird die fertige Bilddatei an mehreren Speicherstandorten (inc. der RAW Originaldateien) gesichert, sowohl intern bei mir, als auch extern Verschlüsselt in Cloud Speichern. Oder anders Formuliert, in mein Bildarchiv. Womit sich der Kreislauf zu Pkt 1 schließt.

Auch wenn dieser Abschnitt unscheinbar aussieht, so ist er die Grundlage für eine spätere optimierte Vermarktung. Denn nur über die IPTC Informationen werden Bilder im Web gefunden.

4. Vermarktung

Für den Hobbyfotografen mag an dieser Stelle Schluss sein und die Bilder verschwinden auf selten gesehen auf einer staubigen Festplatte. Bei mir gehe ich, ob wohl ich kein selbständiger Fotograf bin, einen Schritt weiter und lade die Bilder zum einen in Bildportalen, als auch bei Onlineshop hoch und biete sie zum Kauf an. Wobei dieser Pkt für mich immer mehr an Bedeutung verliert.

Wohin gegen eine Zusammenstellung einzelner Themenbilder zu einem Wandkalender, immer mehr an Bedeutung gewinnt. Nicht nur weil ich selber ein Fan von Kalendern bin, nein auch die Weihnachtsgeschenke für Freunde und Bekannte sind damit schon so gut wie im Sack.

Meine persönlichen Topbilder eines Jahres lasse ich mir dann auch noch auf Leinwand ausarbeiten und lasse sie an Wanderausstellung durch die Lande ziehen. Der Aufwand dafür ist überschaubar und Bilder die sich nicht verkaufen, finden dann immer noch für eine gewisse Zeit Platz an den Wänden meines Wohnzimmers.

Die Grafik oben rechts können Sie sich mit einem Klick darauf als PDF Datei anschauen und den Workflow bei Bedarf nachvollziehen.

Fazit

Ich denke dem einen oder anderen hier mit ein paar Anregungen oder Fragen zur Bildverarbeitung Heute beantwortet zu haben, sollten noch Fragen offen sein, so können Sie mich im projects Forum oder über mein Kontaktformular erreichen.