Makro Stacking die Kurzfassung, in einem Satz.

Diese Fototechnik behebt das technische Defizit des Objektives gegenüber dem menschlichen Auge.

Makro Stacking kurz erklärt, die lange Fassung.

Bei der Makrofotografie möchte man kleine Dinge ganz groß heraus bringen. Das Problem, normale Objektive haben eine minimale Einstellgrenze, die diesem Wunsch entgegen steht. Mit einem spezielle Makroobjektive kommt man deutlich näher heran. Maßstäbe in der Darstellung von 1 zu 1 (1:1) sind damit möglich. 1:1 in der Makrofotografie bedeutet, das ein Gegenstand in der Größe von 1:1 auf dem Sensor abgebildet wird. Die Sensorgröße in der Kamera spielt also mit eine Rolle.

Foto erstellt von Ralf Eckert - www.ralf-eckert-fotoproduzent.deBleiben wir erst mal im Maßstab 1:1. Jedes Objektiven hat nur eine begrenzte Schärfentiefebereich das es abbilden kann. Dieser Bereich lässt sich über die Blende reduzieren und erweitern. Liest sich erst mal gut. In der Landschaftsfotografie z.B. bis hin zu unendlich.

Aber, je näher Sie an ein Objekt heran gehen, desto geringer wird der Schärfentiefebereich den das Objektiv abbilden kann. Über die Blende lässt sich dieser Bereich zwar beeinflussen, aber in der Makrofotografie leider nicht bis unendlich ausdehnen. Dazu kommt noch, dass nur die ganz teuren Objektive auch bei Blende 22 noch gute Bilder abliefern. Die Faustregel für normale Objektive heißt eigentlich, 2 bis 3 Blenden kleiner als ganz offen und das Objektiv ist an seiner Leistungsgrenze, wenn es um scharfe Bilder geht. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass der Schärfentiefebereich mit einer offenen Blende (kleine Blendenzahl) immer kleiner wird.

Nicht erschrecken vor den kommenden Tabellen, sie klären sich von selber!

Ein Beispiel mit einer Consumer Kamera mit einem Sensor von ca. 23×15 cm. Es soll ein Bild im Maßstab 1:1 bei einer Blende 5,6 (ein 2,8 Objektiv 2 mal abgeblendet) erstellt werden. Tabelle 1 sagt nun, dass dann nur noch ein Schärfetiefenbereich von 0,428 mm übrig bleibt. Das ist weit weit von unendlich entfernt ;-).

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Wollen Sie mehr als die 0,428 mm Scharf im Bild sehen, kommt Sie nur noch mit Makro Stacking weiter.

Mit diesem Wert (gerundet auf 0,43 mm) schauen Sie dann in Tabelle 2 vorbei. Vorher schauen Sie sich aber ihr Fotoobjekt noch mal genau an und messen grob, das das Objekt parallel zum Sensor, eine Tiefe von 14 mm aufweist. Z.B. in der Mineralien Fotografie keine Seltenheit. Dann sagt Ihnen Tabelle 2, das Sie 44 Fotos benötigen, um alle Stellen des Objekt ein mal scharf Fotografiert zu habe.

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Sind Ihnen das zu viele Bilder, müssen die die Blendenzahl erhöhen (schließen), z.B. auf 16. Das ergibt Eingangswerte bei Tabelle 16: Blende 16 – Maßstab 1:1 und heraus kommt eine Schärfentiefe von 1,211 mm. Damit und den 10 mm Objekttiefe ergibt aus Tabelle 2 eine erforderlich Aufnahmeanzahl von 15 Fotos. Nun taucht aber ein nicht unerhebliche Problem auf. Durch das Abblenden kommt weniger Licht auf dem Sensor an. Lesen Sie dazu unten: „Zwischenringe, was bringen die?

Hier die Tabellen und Skizzen als PDF-Datei zum Download.

Spätestens jetzt dürfte Ihnen klar sein, das das kein Mensch in der Hand ruhig halten kann. Denn Verwackeln geht hier, im Gegensatz zur HDR-Technik, mal gar nicht. Was also tun?

Foto erstellt von Ralf Eckert - www.ralf-eckert-fotoproduzent.deVorbereitungen für die Aufnahme

In der Makrofotografie geht nichts ohne ein stabiles Stativ und ich meine Stabil. Grund, um die 44 oder 15 Fotos zu machen, benötigen Sie neben dem Stativkopf auch noch ein Element was sie Kamera präzise bewegen kann. Das wird meist durch einen Makroschlitten erledigt.

Foto erstellt von Ralf Eckert - www.ralf-eckert-fotoproduzent.deEin einfacher Kugelkopf auf dem Stativ mag für die Anfänge reichen, aber wenn Sie öfters in diesem Bereich fotografieren werden sie eine 3Wege – Getriebeneiger schnell zu schätzen lernen. Mit ihm kann man den Bildausschnitt in der Makrofotografie präzise bestimmen. Beide Elemente haben aber ihr Gewicht, wenn sie stabil sein sollen.

Wiegen Sie also Ihre Kamera (incl. Objektiv) und schauen in die Produktbeschreibung der beiden Elemente nach dem Gewicht und rechnen auf die Gesamtsumme noch mal gut 15% drauf (für z.B. Schnellspanner, Zwischenringe (s.u.) oder ähnlichem), dann habe Sie das Gesamtgewicht was ihr Stativ sicher tragen muss. Ein Stativ was das nicht tragen kann, bringt nix, denn dann könnten Sie den Makroschlitten u. Getriebeneiger auch gleich weg lassen.

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Ein Blick in mein Makro – Fotostudio

Aufnahme des Makro Stacking

Soweit zu den Hardwaregrundlagen. Die eigentliche Aufnahmen der einzelnen Fotos stellt nun wirklich keine Herausforderung mehr dar, wenn sie oberhalb von 1:1 bleiben. Sie bauen alles auf und leuchten Ihr Objekt wenn nötigt noch passendem aus (das ist ein anderes u. weiteres eigenes Thema / Workshop hier) und fahren mit dem Schlitten an das Objekt heran. Nun stellen Sie auf den minimalsten Objektivabstand, auf die hinterste Stelle des Objektes scharf und machen das erste Foto (Hierbei ist ein Fernauslöser von Vorteil). Nun in ganz kleinen Schritten nach hinten fahren, optimal wäre in 0,4mm Schritten, was eigentlich gar nicht geht und machen die 44 Aufnahmen. Sollten Sie die vorderste Stelle am Objekt schon nach 30 Aufnahmen scharf erreichen, dann war die Schrittlänge zu groß und Details werden später nicht Scharf im Bild zu sehen sein. Also, noch mal zurück und eine neue Reihe mit kleineren Schritten. Übung macht hier den Meister!

Zwischenringe, was bringen die?

Foto erstellt von Ralf Eckert - www.ralf-eckert-fotoproduzent.deOft liest man auf Zoomobjektiven „Makro“, nur sind das keine Makroobjektive die bis 1:1 kommen. Gut sind sie, wenn sie bis 1:2 kommen, es gibt aber auch Zoomobjektive die schon bei 1:4 am Ende sind, obwohl Makro drauf steht. Was tun? Sie können versuchen mit kostengünstigen Zwischenringe dieses Defizit auszugleichen. Für den Anfang OK, aber eben nur den Anfang. Denn, mit jedem Zwischenring steigt zwar der Abbildungsmaßstab, aber Sie verlieren Licht auf dem Sensor durch den größeren Abstand zwischen Kamerabody und Objektiv. Entweder Sie bringen jetzt viel, und ich meine viel Licht, auf das Objekt oder sie öffnen die Blende (größere Blendenzahl)

Was aber, wenn die kleinste Blende schon 5,6 ist, sie aber eigentlich für maximale Objektivleistung schon 2 Blenden abgeblendet haben und sind schon bei Blende 11. Dann verlieren Sie durch den Zwischenring noch mal bis zu 2 Blenden Licht. Lichttechnisch sind sie dann schon bei Blende 22 oder anders bei sehr sehr viel Licht um noch was Aufnahmen zu können. Sie sagen nö, ich verlängere die Belichtungszeit einfach. OK, können Sie versuchen. Nur lange Belichtungszeiten führen, wie ein hochsetzen der ISO Zahl, oft zu Bildrauschen und genau das ist Kontraproduktiv in der Makrofotografie. In der Makrofotografie sollte jede Art von Rauschen, schon bei der Aufnahme weitest gehend minimiert werden, also ist ISO 100 gesetzt / fest.

Wie gesagt, für die Anfänge ist das durch aus eine Möglichkeit, aber wenn Sie dem Virus Makrofotografie erliegen, kommen Sie um bestimmte Ausrüstungsgegenstände nicht herum und dazu zählt als erstes ein Makroobjektiv. Wo mit wir wieder bei „Vorbereitungen für die Aufnahme“ sind.

Dann nutze ich Nahlinsen. OK, auch hier gilt für den Anfang ausreichend zum schnuppern in die Makrofotografie. Aber durch das davor setzen weitere Linsen vor das nicht Makroobjektiv, wird die Abbildungsleistung nicht gerade besser, sondern er schlechter. Wie gesagt, für den Anfang, OK.

Gibt es noch eine andere Art der Aufnahme beim Makro Stacking

Foto erstellt von Ralf Eckert - www.ralf-eckert-fotoproduzent.deJa, aber ich bin kein Freund davon. Was aber nicht heißt, das ich sie hier verschweigen will. Vor allem für Anfänger mit noch keiner Makroausrüstung eine gute Möglichkeit mal vorbei zu schauen.

Dabei bringen Sie auf dem Stativ die Kamera mit dem Stativkopf (z.B. Kugelkopf) in Position und wandern mit abgeschaltetem Autofocus manuell Schritt für Schritt von Hinten kommend mit der Schärfenebene über das Objekt, und machen genau so viele Aufnahmen wie oben beschrieben. Scharf gestellt wird durch drehen am Objektiv.

Meine Erfahrung hat mir gezeigt, das es kaum möglich ist, so exakt die Schärfe durch drehen am Schärfering der Kamera einzustellen, aus immer in gleichen Schritten eine Aufnahme gemacht werden kann. Zu Anfang fallen die Stellen mit der Unschärfe im endgültigen Bild Ihnen vielleicht nicht auf. Aber schauen zoomen Sie sich am Monitor mal rein, sie sind da. Und ärgerlich für die ganze investierte Arbeit.

Muss es wirklich gleich das Makroobjektiv sein?

Foto erstellt von Ralf Eckert - www.ralf-eckert-fotoproduzent.deNein! Es gibt da noch einen Trick. Besorgen Sie sich eine altes manuelles 50mm Objektiv (ist schon für 40 Euro zu haben) und einen Umkehrring für Ihr Kameramodell mit dem passenden Filtergewinde des vorher beschriebenen alten Objektiv.

Jetzt schrauben Sie den Umkehrring auf das Filtergewinde und schließen beides an die Kamera an. Nun muss Blende und Focus von Hand eingestellt werden. Problem, wenn sie die Blende eingestellt haben, fällt gleich das reduzierte Licht auf den Sensor. Das Sucher- / Displaybild wird deutlich dunkler als Sie es gewohnt sind. Im normalen Betrieb, schauen Sie immer bei offener Blende durch die Kamera und erst beim Auslösen stellt die Kamera auf die eingestellte Blende um und löst aus.

Mit dieser Technik kann man super Makros machen, wenn man sich erst an die Art der Belichtung gewöhnt hat. Für viele ein echtes Problem, aber dafür sehr kosten günstig, wenn die die Hürde genommen haben.

Video zum Makro Stacking

Leider habe ich kein wirklich kurzes und Aussage kräftiges Video bis dato gefunden um es hier einblenden zu können. Muss ich dann die Tage wohl mal selber drehen.

Soweit so gut

Nun sind alle Aufnahmen auf der SD-Karte und wie geht es weiter?

Nun in Kürze hier, wenn es heißt: „Makro Stacking in der Praxis – Teil 2“.